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Friedhof von Staglieno - Kunstgenuss besonderer Art

Ein Kunstgenuss ganz besonderer Art ist ein Besuch des Friedhofs von Staglieno. Der Monumentalfriedhof ist nicht nur eine Begräbnisstätte, sondern auch ein bemerkenswertes Kunstwerk unter freiem Himmel.

Genua - StaglienoDer am 1. Januar 1851 eröffnete Friedhof von Staglieno beeindruckt durch seine architektonische Bauweise und Größe. Monumentale Kapellen, Galerien mit unzähligen Grabdenkmälern und naturgetreuen Skulpturen machen den Friedhof von Staglieno zu einem unvergesslichen Kunsterlebnis.

1835 begann der genuesische Architekt Carlo Barabino (1768-1835) mit dem Entwurf des Friedhofs. Seine Bauweise spiegelte auch die damalige Gesellschaft Genuas wieder. Der Friedhof erhielt eine Aufteilung mit Bereichen für jede soziale Schicht. Barabino verstarb jedoch während des Entwurfs. Sein Mitarbeiter Giovanni Battista Resasco (1798-1871) vollendete das Projekt.

Genua - Staglieno - PantheonDem Haupteingang gegenüber liegt das Pantheon. Umgeben von einer grünen Hügellandschaft mit kleinen Wäldchen ist der imposante klassizistische Rundtempel der Zentralbau des Areals. Von beiden Seiten des Pantheons führen Bogengänge ab und umschließen den Friedhof zu einem geschlossenen Rechteck.

Jedem sein Plätzchen

Die reichen Familien Genuas ließen sich ihre Grabhäuser in bevorzugter Lage am Hang errichten. Unzählige imposante Kapellen von Bäumen eingebettet liegen in einer idyllischen Landschaft.

Am Fuße der Hügel befinden sich in den Galerien die Gräber der Mittelschicht. Aufwendig gestaltete Skulpturen schmücken hier jedes Grab. Bis ins kleinste Detail beeindruckt ihre naturgetreue Darstellung.

Frauenstatuen mit nur hauchdünnen Gewändern bedeckt, verkörpern nicht die üblichen Grabfiguren, sondern wirken eher erotisch und freizügig. Aristokraten ließen ganze Familien in Stein hauen, um bis in alle Ewigkeit mit ihnen vereint zu sein. Mit den Jahren überdecken Staub- und Schmutzablagerungen die Grabfiguren, denen der Grauschleier jetzt eine interessante Schattierung verleiht.

Staglieno Staglieno Staglieno Staglieno Staglieno Staglieno StaglienoStaglieno

Die Skulpturen sind unbeschädigt und durch die Vielfalt erhält man einen Einblick in die Epochen von 100 Jahren Kunstgeschichte. Stilrichtungen wie der Klassizismus und Realismus, Symbolismus, Jugendstil und Art Déco sind hier vertreten.

Die Grabkammern für das Kleinbürgertum sind in zahlreichen endlos langen Bogengängen mehrstöckig übereinander angeordnet. Die oberen Gräber sind nur über meterhohe Leitern zu erreichen. Auf den Fußböden befinden sich weitere Grabplatten aus Marmor mit Inschriften, über die man mit Ehrfurcht hinweg schreitet.

Da Genua sich damals zu einem wichtigen Handelszentrum entwickelte, musste auch der Friedhof erweitert werden. Neue Bogengänge kamen hinzu, Bereiche für Nichtkatholiken und Engländer sowie Gedenkstätten der Gefallenen der Weltkriege wurden angelegt.

Heute erhält der Friedhof weltweit Bewunderung für seine prächtige Bauweise und Schönheit der Kunstwerke. Das riesengroße Ausmaß des Friedhofs erfordert viel Zeit, um alle Felder und Bogengänge zu besichtigen. Mark Twain, einer der vielen bekannten Persönlichkeiten, die Staglieno besuchten, schrieb über den Friedhof:

...an diesen Ort werde ich mich noch erinnern, selbst wenn ich die Paläste vergessen habe.

Staglieno liegt am nördlichen Stadtrand Genuas im Bisagno Tal. Der Friedhof ist vom Bahnhof Brignole mit der Buslinie 12 in 10 Minuten zu erreichen (Haltestelle liegt direkt vor dem Starhotel President, eines der nicht zu übersehenden Hochhäuser an der Viale Brigata Bisagno).


Genua - Staglieno - GrabkapelleGenua - Staglieno - Bogengänge

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