Basilika Groß St. Martin in Köln

Die romanische Kirche Groß St. Martin in Köln gilt als architektonisches Meisterwerk und zählt zu den markanten Wahrzeichen der Stadt. Besonders auffällig ist der Vierungsturm von Groß St. Martin, der von vier Ecktürmen umgeben ist.

Kirche Groß St. Martin im Stil der Romanik in Köln
Romanische Kirche Groß St. Martin in Köln
Bauwerk Groß St. Martin
Standort Köln - Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Höhe 75 m
Baubeginn Ab dem Jahr 1150
Baustil Spätromanik

Die Kirche Groß St. Martin prägt neben den Türmen des Kölner Doms das Stadtpanorama entlang des Rheinufers. Unter den 12 großen romanischen Kirchen Kölns gilt Groß St. Martin als ein architektonisches Meisterwerk. Ein unverkennbares Merkmal von Groß St. Martin ist der von vier Ecktürmen flankierte quadratische Vierungsturm. Der romanische Kirchenbau besitzt historische und ästhetische Merkmale, die ihn zu einem besonders bedeutenden Beispiel mittelalterlicher Sakralarchitektur machen.

Kirche Groß St. Martin am Rheinufer in Köln
Kölner Stadtpanorama mit der romanischen Kirche Groß St. Martin am Rheinufer

Baugeschichte

Ein verhängnisvoller Brand im Jahr 1150 zerstörte die Gebäude am Kölner Rheinufer, darunter auch die alte Vorgängerkirche des ehemaligen Benediktinerklosters. Noch im selben Jahr wurde auf den Grundmauern römischer Lagerhallen mit dem Bau des neuen Kirchengebäudes begonnen. Die Bauweise der Kirche erfolgt im Stil der Romanik.

Das Langhaus wird nicht, wie im romanischen Kirchenbau des 12. Jahrhunderts üblich, vom Querhaus durchkreuzt. Der Grundriss des Gebäudes zeigt ein Langhaus mit einem nach Osten gerichteten Zentralbau. Als architektonische Besonderheit der rheinischen Romanik erhielt dieser Zentralbau die Form eines Kleeblatts. Vorbild war die 100 Jahre zuvor in Köln erbaute romanische Kirche St. Maria im Kapitol. Tonnengewölbte Einbuchtungen, die Konchen, bilden im Bereich der Vierung einen sogenannten Dreikonchenchor.

Grundriss, Langhaus mit Dreikonchenchor
Schematische Zeichung: Grundriss Langhaus mit Dreikonchenchor
Kirche Groß St. Martin, romanische Architektur 3D-Modell
Kirche Groß St. Martin mit Blick auf das Langhaus
Zwerggalerie an der Konche von Groß St. Martin 3D-Modell
Zwerggalerie außerhalb der Konche – Kirche Groß St. Martin in Köln

Ende des Zweiten Weltkrieges erlitt die Kirche schwere Schäden. Der Vierungsturm mitsamt der vier Ecktürme fielen einem der letzten Luftangriffe zum Opfer. Nach dem Krieg wurde zunächst mit dem Wiederaufbau des Turmes begonnen. Im Jahr 1964 war der Turm vollendet und er thronte endlich wieder als Kölner Wahrzeichen im Stadtbild.

Nach der Zerstörung der Kirche vergingen 40 Jahre des Wiederaufbaus, bis 1985 wieder Gottesdienste in der Kirche Groß St. Martin gefeiert wurden.

Vierungsturm der Kirche Groß St. Martin in Köln
Fünfteiliger Vierungsturm der Kirche Groß St. Martin, Köln
Eckturm von Groß Sankt Martin in Köln
Einer der vier Ecktürme von Kirche Groß St. Martin, Köln

Von der romanischen Baukunst zum digitalen 3D-CAD-Modell

Die Baumeister des Mittelalters bauten nach Theorien und Grundlagen der Geometrie. Ihr Wissen erlangten sie durch praktische Erfahrungen und überlieferte Baukenntnisse. Statische Berechnungen gab es damals nicht. Umso bemerkenswerter ist es, dass sie mit einfachen Werkzeugen wie Zirkel, Lot und Winkelmaß riesige, hochstrebende Sakralbauten planen und errichten konnten.

Digitale Rekonstruktion der romanischen Kirche Groß St. Martin

Herr Matthias Beusch vom Ortsverband Köln Stadtbild Deutschland e.V. hat die romanische Kirche Groß St. Martin in Köln mithilfe moderner 3D-CAD-Software digital rekonstruiert. Seine Leidenschaft gilt der klassischen Architektur und der Geschichte historischer Bauwerke, insbesondere den romanischen Kirchen Kölns.

Ohne Vorlagen konstruierte Herr Beusch die romanische Kirche Groß St. Martin ausschließlich anhand von Fotografien. Charakteristische architektonische Elemente wie den Kleeblattchor, die Rundbogenfenster und den markanten Vierungsturm modellierte er detailgetreu am Computer. So entstand die digitale Rekonstruktion von Groß St. Martin in Köln als detailreiches 3D-CAD-Modell.

3D-CAD-Software trifft historische Architektur

Trotz leistungsfähiger 3D-CAD-Software brauchte Herr Beusch viel Zeit und Begeisterung für die romanische Baukunst, um sein „Bauprojekt“ digital zu rekonstruieren. Bei der Arbeit am 3D-CAD-Modell stellte er immer wieder mit großer Bewunderung fest, mit welchem Gespür für Proportionen die mittelalterlichen Baumeister arbeiteten und welche konstruktiven Leistungen sie vollbrachten.

3D-CAD-Architektur: Groß St. Martin mit Dreikonchenanlage CAD-3D-Modell
3D-CAD-Modell: Dreikonchenanlage und Vierungsturm – Kirche Groß St. Martin
© Matthias Beusch
3D-CAD-Architektur: Groß St. Martin Romanische Kirche 3D-Modell
3D-CAD-Modell: Romanische Kirche Groß St. Martin, Köln
© Matthias Beusch
3D-CAD-Architektur: Groß St. Martin Langhaus mit Dreikonchenanlage 3D-Modell
3D-CAD-Modell: Langhaus mit nach Osten gerichteter Dreikonchenanlage – Kirche Groß St. Martin, Köln
© Matthias Beusch
3D-CAD-Architektur: Groß St. Martin Dreikonchenanlage 3D-Modell
3D-CAD-Modell: Dreikonchenanlage – Kirche Groß St. Martin, Köln
© Matthias Beusch
3D-CAD-Architektur: Groß St. Martin Rosette am Langhaus 3D-Modell
3D-CAD-Modell: Rosette am Langhaus – Kirche Groß St. Martin, Köln
© Matthias Beusch
3D-CAD-Architektur: Groß St. Martin, Westportal 3D-Modell
3D-CAD-Modell: Blick auf das Westportal – Groß St. Martin
© Matthias Beusch
3D-CAD-Architektur: Groß St. Martin, Eckturm der Kirche 3D-Modell
3D-CAD-Modell: Eckturm – Kirche Groß St. Martin, Köln
© Matthias Beusch

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