Itria-Tal – sanftes Hügelland und weiße Dörfer

Im Herzen von Apulien liegt das Itria-Tal mit Weinstöcken, Ackerflächen und silbrig-grünen Olivenhainen. Unzählige Trulli heben sich leuchtend-weiß von der dunkelroten Erde der sanften Hügellandschaft hervor.

Itria-Tal, Apulien
Itria-Tal mit der weißen Stadt Ostuni im Hintergrund, Apulien
© Brigitte Loosen

Das Itria-Tal (Valle d'Itria) liegt in einer wunderschönen Ebene zwischen Locorotondo und Martina Franca, rund 30 km von Taranto entfernt. Geografisch gesehen, befindet sich das Tal im Dreieck der Provinzen Bari, Brindisi und Taranto inmitten der Region Apulien.

Flache Hügel bestimmen das Landschaftsbild, auf denen sich zahlreiche Weinterrassen mit niedrigen Rebstöcken erstrecken. Ein fruchtiger Weißwein resultiert aus der Lese der Trauben, für dessen Herstellung Locorotondo bekannt ist. Die Gemeinde produziert gemeinsam mit Martina Franca und Cisternino DOC-Weißweine, die auch über die Grenzen hinaus großen Anklang finden.

Das Gebiet ist bewachsen mit uralten Olivenbäumen und vielen Obst- und Mandelbäumen, die üppige Früchte tragen. Kleine Waldstücke liegen neben Feldern, auf denen im Frühsommer blühender Mohn auf kräftig dunkler Erde leuchtet. Flache Natursteinmauern trennen akkurat bestellte Ackerflächen voneinander. Die Steine dieser Mäuerchen haben die Bauern auf den Feldern gesammelt. Sie dienen auch als Baumaterial der Trulli (Einzahl: Trullo), jene für diese Gegend charakteristischen Rundbauten mit den kegelförmigen Dächern.

Über das gesamte Itria-Tal, das als Zentrum des so genannten Trulli-Landes gilt, sind unzählige Trulli verstreut. Hier befinden sich zwischen 4000 und 5000 dieser ungewöhnlichen Bauwerke. Wie kleine Puppenhäuser erscheinen die weiß gekalkten Häuser, mal vereinzelt oder in dichten Ansammlungen, inmitten dieser farbenfrohen Bilderbuchlandschaft.

Auch die UNESCO empfand das Itria-Tal und das Städtchen Alberobello, in dem fast 1000 Trulli stehen, als besonders schützenswert. Seit 1996 zählt das Gebiet und die Trulli in der italienischen Region Apulien zum Weltkulturerbe.