Architektur der Renaissance

Die Renaissance galt als Wiedergeburt der Antike. Architekten und Baumeister besannen sich, die Harmonie des Gleichgewichts und der Proportionen zu vereinen. Römische Baukunst galt als Vorbild und Bauelemente des alten Roms wurden aufgegriffen.

Florenz - Renaissance: Kuppel des Doms
Architektur der Renaissance: Kuppel des Doms Santa Maria del Fiore, Florenz
© Brigitte Loosen

Merkmale der architektonischen Stilrichtung "Renaissance" und Beispiele von Bauwerken:

Zeitraum

Ausgehend von Italien zu Beginn der Neuzeit (15. Jahrhundert) folgte die Epoche der Renaissance nach der Gotik und wurde durch den Bau- und Kunststil des Barocks abgelöst.

Italien 1420 – 1600
15. + 16. Jahrhundert
Frührenaissance 1420 – 1500
(Quattrocento)
Hochrenaissance 1500 – 1520
(Cinquecento)
Spätrenaissance 1520 – 1600
(Cinquecento)
 
Deutschland 1520 – 1600
16. Jahrhundert
Frührenaissance 1520 – 1560
Hochrenaissance 1560 – 1600
Manierismus 1550 – 1610
 
Frankreich
Manierismus 1550 – 1610
16. Jahrhundert

Merkmale der Renaissance

Die Stilepoche der Renaissance wurde als Wiedergeburt der Antike (ca. 800 v. Chr. bis ca. 600 n. Chr.) bezeichnet. Die Architekten und Baumeister jener Zeit orientierten sich an der römischen Baukunst. Aufgegriffen wurden Bauelemente des alten Roms. Jedoch fanden sich in der Architektur der Renaissance auch Stilelemente der Romanik und Gotik wieder.

Klare geometrische Strukturen, Symmetrie und harmonische Proportionen wurden im Renaissance-Baustil angestrebt, um ein vollkommenes Gleichgewicht zu erlangen. Zahlreiche Bauwerke entstanden nach der Proportionsregel des Goldenen Schnitts.

Bauteile und Gestaltungselemente in der Renaissance

  • Symmetrische Grundformen (polygonale, runde oder quadratische Elemente, um harmonische Proportionen zu erhalten)
  • Antike Säulenordnungen (dorische, ionische, korinthische), z.B. Komposite Ordnung:
    Zusammengesetzte Ordnung von ionischen Voluten (schmückende spiralförmige oder schneckenförmige Ornamente) und korinthischem Kapitell (oberer Abschluss einer Säule)
  • Kuppeln
  • Tonnen- und Kreuzgratgewölbe
  • Arkaden (Rundbögen, getragen von schlanken Säulen)
  • Rustikamauerwerk (grob behauenes Quadersteinmauerwerk mit tiefliegenden Fugen)
  • Fries und Gesims (horizontales Gestaltungselemente von Wandflächen und Fassaden)
Rustikamauerwerk Palazzo Pitti, Florenz - Architektur der Renaissance
Rustikamauerwerk am Palazzo Pitti, Florenz - Toskana
© Brigitte Loosen
Rustikamauerwerk und schmückendes Dachgesims Palazzo Strozzi, Florenz - Architektur der Renaissance
Rustikamauerwerk und schmückendes Dachgesims am Palazzo Strozzi, Florenz - Toskana
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Anwendung des Baustils

  • Sakralbauten
  • Profanbauten: Bügerhäuser, Schlösser, Paläste, Villen

Bauform der Renaissance-Kirchen

  • Basilika (Langbau mit hohem Mittelschiff und niedrigen Seitenschiffen)
  • Zentralbau

Berühmte Bauwerke und Architekten der Renaissance

Italien

  • Kuppel der Kathedrale Santa Maria del Fiore, Florenz - Toskana
    Architekt: Filippo Brunelleschi
    Baubeginn: 1420
  • Basilica San Giorgio Maggiore, Venedig - Venetien
    Architekt: Andrea Palladio
    Baubeginn: 1566
  • Kirche Il Redentore, Venedig - Venetien
    Architekt: Andrea Palladio
    Baubeginn: 1576

Frankreich

  • Schloss Fontainebleau, Fontainebleau - Île-de-France
    Baubeginn: ab 1530
  • Südwestflügel der Cour Carrée am Louvre, Paris - Île-de-France
    Architekt: Pierre Lescot
    Baubeginn: 1546

Deutschland

  • Kirche St. Michael, München - Bayern
    Baubeginn: 1583
Südwestflügel der Cour Carrée, Louvre, Paris - Architektur der Renaissance
Südwestflügel der Cour Carrée am Louvre, Paris - Île-de-France
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